Allgemeine Informationen

Wer in Europa Produkte vermarktet, muss in den meisten Fällen eine Anzahl von europäischen Richtlinien einhalten. Die Reglementierung sorgt zuallererst dafür, dass nur sichere Produkte vermarktet werden. 

In Belgien überwacht die FÖD Wirtschaft die Einhaltung vieler solcher europäischer Richtlinien. Sie ist unter anderem für die Sicherheit elektrischer Geräte (Niederspannungsrichtlinie, die EMV-Richtlinie (elektromagnetische Verträglichkeit)), die Spielzeugrichtlinie, Richtlinien über medizinische Hilfsmittel, persönliche Schutzmittel, Fahrstühle, Maschinen, usw. zuständig. 

Das BIPT ist für die Kontrolle der Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen zuständig. Diese Apparatur unterliegt der Richtlinie 1999/5/EG, die meistens die R&TTE-Richtlinie genannt wird. 

Funkanlagen benutzen Funkfrequenzen (Spektrum). Beispiele sind: Sprechfunkgeräte (Handys, Smartphones, Tablet-PC, ...), GPS, Satellitenendgeräte, PMR-Geräte, CB-Geräte, UKW-Schiffsradiotelefone, Rundfunksender, schnurlose Telefone, Richtfunk, Kurzstreckenfunk (Bluetooth-Anwendungen, Fernsteuerung, Garagentoröffner, Kransteuerung, drahtlose Alarmanlage), schnurlose Mikrofone, WLAN oder Datenübertragung (Kameras), Spielzeug mit Funkfernsteuerung (Autos, Helikopter), usw.; kurzum, alle Anlagen, die einen Sender und/oder einen Empfanger beinhalten. 

Telekommunikationsendeinrichtungen sind Geräte, die dafür bestimmt sind, auf eine Schnittstelle eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes angeschlossen zu werden. Öffentliche Telekommunikationsnetze umfassen die öffentlichen GSM-Netze, sowie die einfache öffentliche analoge oder digitale Telefon- und Datennetze.  Beispiele sind: einfache Telefongeräte, Anrufbeantworter, Modems, private Telefonanlagen, GSM-Geräte (zugleich Funkgerät), ...  

Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen dürfen nur auf den belgischen (und europäischen) Markt gebracht werden (= eingeführt und verkauft werden), wenn sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. 

Die meisten Produkte, die auf den Markt gebracht werden, müssen mit einem CE-Kennzeichen versehen sein, das mindestens aus der unten stehenden Abbildung besteht:

Logo CE
Indem er das Kennzeichen anbringt, erklärt der Hersteller, dass das Produkt allen europäischen Richtlinien entspricht, die das Anbringen des CE-Kennzeichens erfordern und die für dieses spezifische Produkt gelten. Allgemeine durch die Europäische Kommission abgefasste Information über die CE-Kennzeichnung können sie HIER nachlesen. 

Falls die Nutzung der Funkanlagen Beschränkungen unterliegt (Notwendigkeit einer Genehmigung oder wenn die Nutzung in bestimmten Ländern oder Regionen Europas nicht gestattet ist), umfasst das CE-Zeichen auch das unten stehende Warnzeichen:

Logo !
Der Benutzer hat diese Beschränkungen einzuhalten. Information über die Beschränkungen ist auf der Verpackung und in der Gebrauchsanweisung zu erwähnen. Selbstverständlich müssen die Geräte alle gesetzlichen (Verwaltungs- und technischen) Anforderungen erfüllen. 

Die Europäische Kommission hat eine Website mit Information und Erläuterung bei der R&TTE-Richtlinie bereitgestellt. Sie besteht in einer deutschen, englischen und französischen Fassung.

Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Liste "Class 1 equipment" in der Rubrik "Equipment Classes" gelenkt. Für die in dieser Liste aufgeführten Geräte, welche die dazugehörigen technischen Charakteristiken einhalten, gibt es in der ganzen EU keine Nutzungsbeschränkungen (Benutzung ist in der ganzen EU ohne Genehmigung gestattet). Diese Geräte müssen deshalb in der CE-Kennzeichnung kein Warnzeichen tragen. 

Diese Liste wird regelmäßig ergänzt, je nachdem das Spektrum mehr harmonisiert wird.